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Leipzig 2018 Am 05.09.2018 ging es frühmorgens um 6.00 Uhr an der Norma los. Um 13.00 Uhr in Leipzig angekommen konnte sich jeder zunächst die  Füße vertreten, bevor es in 2 Gruppen eine Stadtführung gab. Dies begleitete uns die ganzen Tage- eine Führung für „Erwachsene“ und eine  für „Kinder und Fußlangsame“. Die erste Frage wurde uns gestellt: „Woher kommt der Name Leipzig? „Lindenort“ – war die Antwort. Es gäbe viel von Leipzig zu berichten.  Über die Leipziger Messe, über Bach, Goethe oder Wagner auch über die grundlos gesprengte Universitätskirche könnte man viel erzählen.  Ich möchte mich aber auf eine Einzelheit beschränken, welche uns sehr berührte, als unsere Stadtführerin, eine Zeitzeugin, uns vor der  Nikolaikirche vom 9. Oktober 1989 erzählte. Damals seien jeden Montag in Leipzigs Kirchen, ausgehend von der Nikolaikirche, beständig mehr  Leute zum Friedensgebet gekommen. Das Westfernsehen hätte eine Woche davor anlässlich einer Messe davon berichtet. In den  Seitengassen sei die Volkspolizei gestanden, schießbereit, Krankenwagen seien mit Blutkonserven bestückt gewesen - man erwartete das  Schlimmste. Die Pfarrer riefen zur friedlichen Demonstration auf, beide Hände fest an der Kerze, damit sie nicht zur Gewalt erhoben werden  konnten. Es wurde nicht geschossen, weder auf einem Menschen noch auf einer der vielen Fruchtkisten (Kinderwagen), welche als  Schutzschild mitgebracht worden sind. Dieses Ereignis leitete die endgültige Niederlage der DDR ein. Skandierend hätten sie gerufen: „….  Visafrei bis Hawaii …“bis heute sei niemand ihrer Bekannten in Hawaii gewesen. Die anschließende Stadtrundfahrt mit dem Bus ging gleich gut los: Der Stadtführer lotste unseren Busfahrer Walter in eine Sackgasse, so dass der Bus nur durch die Fahrt gegen mehrere Einbahnstraßen wieder rauskam. Das Gohliser Schlösschen- ein Verlobungsgeschenk, das  Waldviertel, die Karli und andere schöne Ecken wurden uns gezeigt. Die Fahrt hörte dort auf, wo es am Freitag in Leipzig weitergehen sollte:  am Völkerschlachtdenkmal. Am Hotel angekommen gab es im Hotel ein 3-Gänge- Menü zum Abschluss für  uns müde Reisende. Nach reichhaltigem Frühstück am Donnerstag ging es bald Richtung Wittenberg, dem Wirkungsort Martin Luthers los. Dort gab es eine  Führung vom Beginn seines Wirkens, der Tür an der Schlosskirche, dem schwarzen Brett der Professoren mit seinen 95 Thesen, bis zum  Lutherhaus und der alten Eiche, bei der er den Brief des Papstes verbrannt haben sollte.   Dann ging es weiter zum nächsten Weltkulturerbe- dem Wörlitzer Park. Dieser wurde erbaut von Franz dem Weisen, der sich dort nach  englischem Vorbild einen riesigen Park errichten ließ, inklusive seiner Reiseerinnerungen z.B. einen „Minivesuv“. Ein Herrscher der sein Reich  modern und fortschrittlich umkrempelte, z.B. war der Park jedermann zugänglich, es gab Schulen für Mädchen, er ließ Kirchen auf dem Dorf  bauen, er führte die Pockenimpfung ein, auf seinem Park ließ er eine Synagoge bauen, diese heute noch im Original steht, da sie vom  Großvater Didi Hallervordens, dem damaligen Gartenmeister, in der Reichsprognomnacht gerettet wurde. Am späten Nachmittag brachen wir zum dritten Weltkulturerbe und unserer letzten Station am heutigen Tag, dem Dessauer Bauhaus auf. Eine  Baukultur begründet von Walter Gropius, welcher wie im Mittelalter Handwerk und Kunst verbinden wollte. Dort stehe Häuser samt Inventar,  wie sie heute neu gebaut werden könnten und vermutlich der Ideenpool für IKEA-Möbel sein könnten, jedoch sind sie fast 100 Jahre alt.  Müde und staubig – es hat dort seit April nicht mehr geregnet – ging es zurück zum Hotel. Wie vorher berichtet ging es am Freitag zu Fuß zum Völkerschlachtdenkmal. Ein beeindruckendes Denkmal welches 1913 nach circa 15-  jähriger Bauphase eingeweiht wurde und an den  Sieg über Napoleon 100 Jahre zuvor erinnern  sollte. In dieser Völkerschlacht fielen in 4 Tagen in  den nassen Auen in und um Leipzig 100 000  Soldaten. Das 91 Meter hohe Denkmal, wurde  komplett von den Leipziger Bürger finanziert und  sollte möglichst nichts kosten. So kam es, dass  der untere Teil des Denkmals aus  Stabilitätsgründen mit Müll gefüllt wurde. Ganz  obenauf hat man einen herrlichen Blick über  Leipzig und Umgebung. Mittendrin in der  Ruhmeshalle genießt man eine tolle Akustik für  „Großer Gott wir loben Dich“ und bewundert  riesige in Stein gehauene Statuen, eine so schwer wie 80 Elefanten. Mit der Tram ging es weiter zur  Probstkirche Sankt Trinitatis. Dort erhielten wir  eine Spezialführung von eine Bekanntschaft  unseren Mesmer Hans Rüsenberg. Die 2013  eingeweihte Kirche gilt als neuester und  modernster Kirchenbau der Katholischen Kirche  in Deutschland. Für die Kirche wurde eigens eine  Straße gebaut, das Nonnenmühlgässchen, damit  ihre Adresse nicht Martin Luther Ring heißt.  Bemerkenswert sind die beleuchtete Fenster in  denen das komplette neue und alte Testament  eingeprägt wurde. Die Kirche ist bewusst schlicht und symmetrisch gehalten. Die wichtigsten Gegenstände wie Kreuz, Altar, Taufstein, Ambo,  Tabernakel „als Tresor in der Vitrine“ sind mit Ornamenten verziert.   Der Mittag stand zur freien Verfügung. Mache zog es zum Bummeln, in den Zoo, andere auf den MDR Tower oder in die unzähligen Museen.  Um 18. 00 Uhr hörten viele von uns dem Thomanerchor bei einer Bachmotette in der Thomaskirche zu. Ein tolles Erlebnis.   Bevor es am Samstag nach Hause ging fuhren wir zur Wartburg. Begründet von Ludwig dem Springer als zwei Wehrtürme aus Holz, wurde sie  vom Ludwig dem Zweiten aufwendig und modern aus Stein zweigeschossig und mit wunderschönen und für die damalige Zeit modernen  Innenräumen ausgebaut. Über Jahrhunderte hinweg um- und ausgestaltet beherbergte sie Elisabeth von Thüringen, 10 Monate Junker Jörg  alias Martin Luther, welcher dort die Bibel in Deutsche übersetzte, und war die Wiege der ersten demokratischen Gedanken und der Forderung  eines einheitlichen Deutschlands um 1813. Nach einer Kaffeepause am Bus und eines unwilligen Thüringen Würstelbräters ging es dann nach Hause. Einen Zwischenstopp gab es dann  noch zum Abendessen in Essingen. Um 21.00 waren wir dann nach ereignisreichen Tagen alle wohlbehalten und viele Eindrücken reicher  wieder in Süßen. Vielleicht ist es beim einen oder anderen nicht das letzte Mal, dass er in Leipzig war.  B.K.